_Oscar Brandstetter Verlag

  • Historie Oscar Brandstetter Verlag

Der Oscar Brandstetter Verlag kann auf eine über 150-jährige Geschichte zurückblicken – von den Anfängen als grafischer Betrieb in Leipzig bis zu einem der führenden Spezialisten für Fachwörterbücher in der heutigen Zeit.

Verlagsgeschichte

Anfang in Leipzig

Die Anfänge des Oscar Brandstetter Verlags liegen über 150 Jahre zurück. Am 1. Mai 1862 gründete Friedrich Wilhelm Garbrecht in Leipzig die „Anstalt für Notenstich und Notendruck, Lithographie und Steindruck“.  1880 erwarb Oscar Brandstetter, Sohn eines Kaufmanns und Verlegers, die Firma und vollzog die Namensänderung. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Firma zu einem grafischen Großbetrieb mit bei Ausbruch des 2. Weltkrieges ca. 1500 Mitarbeitern.

Dabei spielte die frühzeitige Nutzung der jeweiligen technischen Neuentwicklungen eine entscheidende Rolle: 1897 wurden Typograph-Setzmaschinen angeschafft und eine Rotationsmaschine für Illustrationsdruck in Betrieb genommen; 1904 erfolgte, damals eine Pioniertat, der Einsatz von Monotype-Setz- und Gießmaschinen; 1910 erste Zweifarben- und Doppeldruckoffsetpresse in Deutschland, 1919 erste deutsche Rollenoffsetdruckmaschine, um 1920 Erfindung des Obraldrucks (aus Oscar Brandstetter, Leipzig, ein Offsetnachdruckverfahren).

Die erfolgreiche Firmenentwicklung und der sich ausweitende Maschinenpark verlangten ständig nach neuem Raum. Ab 1886 wurden zwischen der Inselstraße 10/12 und der Blumengasse 1 in mehreren Bauabschnitten moderne Produktionsstätten geschaffen. 1906/7 wurden durch einen ambitionierten Erweiterungsbau an der Dresdner Straße die beiden Flügel an der Blumengasse (heute Scherlstraße) und Inselstraße mit einer eindrucksvollen Architektur zur Hauptstraße hin zusammengefasst und die Fläche der Arbeitsräume auf 20.000 qm erhöht.

Altes Verlagsgebäude Oscar Brandstetter Verlag in LeipzigDas denkmalgerecht instandgesetzte Gebäude (s. Foto) wird heute von der Handwerkskammer zu Leipzig genutzt.

Ab 1918 wurden dem Unternehmen durch Kauf eine Reihe von Verlagen angegliedert. Die bekanntesten darunter waren: Tauchnitz, Jakob Hegner, Verlag der Juristischen Wochenschrift J.W. Moeser.

 

Neuanfang

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges, nach schweren Bombenschäden, Demontage und Enteignung flohen die Inhaber Willy und Justus Brandstetter, die Söhne von Oscar, nach Wiesbaden. Dort gründete Wolfgang Brandstetter, der Sohn von Justus, 1950 aus verbliebenen Wörterbuchresten des Tauchnitz-Verlags den Oscar Brandstetter Verlag und begann mit der Herausgabe hauptsächlich technischer Fremdsprachen-Wörterbücher, ein Fachgebiet, auf dem er heute eine führende Position einnimmt.

Verlagszeichen

Das Firmensignet schuf der Grafiker A. Paul Weber um 1923. Es stellte zunächst den Greif aus dem Wappen der Zunft der Buchdrucker mit der Harfe als musikalisches Symbol für die Musikaliendruckanstalt dar. Für das Verlagszeichen wurde später die Harfe durch ein Buch ersetzt.

Logo des Oscar Brandstetter Verlags

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